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1-Satz-Training


1-Satz-Training


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1-Satz-Training

 
Produktbeschreibung
Viele Kraftsport-Mythen werden entzaubert: Weder der Grundsatz „Wenige Wiederholungen für Muskelmasse, viele Wiederholungen für Definition“ ist heute noch haltbar, noch die Ansicht, nach 96 Stunden ohne Training würden Muskeln bereits wieder abgebaut. Das wachstumstimulierende Potential negativer Wiederholungen kann sehr wohl genutzt werden, ohne Muskelschäden zu riskieren und gute es gibt Gründe dafür, das Anfänger und Fortgeschrittene besser mit unterschiedlichen Wiederholungszahlen arbeiten.

Dr. Dr. Gießings Konzept des „1-Satz Trainings“ schafft Klarheit und eliminiert wenig effektive Verfahren im Kraftsport. Das spart (Trainings-)Zeit und verspricht schnellere Erfolge im Bodybuilding. Der Anfänger profitiert von den präzisen Trainingsvorgaben ebenso wie der fortgeschrittene Bodybuilder, dem mit ausgefeilten Programmen die Balance zwischen optimalem Muskelaufbau und notwendiger Erholung gelingt.

Dr. Dr. Jürgen Gießing studierte Sportwissenschaft, Anglistik und Erziehungswissenschaft an der Universität Marburg und der Thames Valley University London. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte er das Referendariat für das Lehramt an Gymnasien und promovierte an der Universitat Marburg zum Doktor der Erziehungswissenschaft. Anschließend arbeitete er für kurze Zeit als Sporttherapeut in einer Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin bevor er als Lehrer in den Schuldienst eintrat. Im Februar 2002 promovierte er an der Universität Tübingen mit einer Dissertation über das Muskelaufbautraining beim Bodybuilding zum Doktor der Sportwissenschaft und erhielt für seine Arbeit das Prädikat ,,magna cum laude". Der Autor unterrichtet Sport und Englisch an einem Gymnasium und lehrt als Lehrbeauftragter an der Universität Marburg. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihm erschienen in renommierten Fachzeitschriften, u.a. in "Leistungssport" und im "International Journal of Physical Education".

Leseproben:


Wer eine Bodybuilding-Zeitschrift oder eines der einschlägigen Bücher aufschlägt, muss schnell feststellen, wie widersprüchlich und teilweise gegensätzlich die dort ausgesprochenen Richtlinien für ein effektives Muskelaufbautraining häufig sind. Die Empfehlungen reichen von ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche bis hin zu zwei Trainingseinheiten pro Tag. An der einen Stelle werden sechs bis acht Wiederholungen pro Satz empfohlen, dann wieder zehn bis 15, oder sogar bis zu 100.

Das gleiche gilt für die erforderliche Zahl von Trainingssätzen. Einige Autoren favorisieren das Heavy-Duty-Training mit nur einem hochintensiven Satz bis zum Muskelversagen pro Übung, andere wiederum bezeichnen das Volumentraining mit mindestens acht bis zwölf Sätzen pro Muskelgruppe als überlegene Methode für den Muskelaufbau.

Häufig wird als vermeintlicher Beleg für die Überlegenheit der jeweiligen Trainingsmethode auf den einen oder anderen erfolgreichen Athleten verwiesen, der die entsprechende Methode angewandt und damit große Erfolge erzielt hat. Arnold Schwarzenegger, der wohl bekannteste und erfolgreichste Bodybuilder, war bekannt dafür, dass er sechsmal pro Woche trainierte, und zwar zweimal am Tag und dabei zahlreiche Sätze ausführte.

Mike Mentzer hingegen erzielte mit nur zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche eine Muskelentwicklung, die der Schwarzeneggers kaum nachstand, was beim Mr. Olympia-Wettkampf 1980 in Sydney zu interessanten und spannenden Vergleichen führte (und einer bis heute andauernden Kontroverse darüber, wer den Sieg mehr verdient gehabt hätte). Mentzers Heavy-Duty-Training bestand aus nur einem Satz pro Übung. Dafür trainierte er aber mit der größtmöglichen Intensität und belastete die Muskulatur in diesem einen Satz bis weit über den Punkt des momentanen Muskelversagens hinaus.

Im völligen Gegensatz dazu steht die Trainingsmethodik von Lou Ferrigno, dem erfolgreichen Bodybuilder und späteren Schauspieler. Ferrigno bezeichnet es als die Grundlage seines Erfolges, dass er zwar zahlreiche Sätze und Übungen für jede Muskelgruppe ausführe, aber dabei stets darauf achte, nicht bis zum Punkt des momentanen Muskelversagens zu gehen.

Auf diese Weise könne er sicherstellen, dass er sich nicht überanstrenge und eine ausreichende Erholung gewährleistet sei. Damit meidet Ferrigno exakt das, was Mentzer als Grundlage des Muskelwachstums bezeichnet. Dem Trainingserfolg hat es offenbar nicht geschadet, denn ebenso wie Mentzer gewann auch Ferrigno den Mr. Universum-Titel und war außerdem der erste Bodybuilder, der einen offiziellen Wettkampf mit einem Gewicht von mehr als 300 Pfund (136,4kg) bestritt.

Ähnlich konfus sind die Angaben zur optimalen Wiederholungszahl. Einige Bodybuilder, die z.T. auch als Gewichtheber oder Powerlifter erfolgreich waren, führen ihre Muskelmasse auf schwere Gewichte und geringe Wiederholungszahlen zurück, unter ihnen z.B. Sergio Oliva und Ronnie Coleman, die beide mehrfach den Mr. Olympia gewannen. Andere Athleten wie Vince Taylor oder Serge Nubret hingegen empfehlen mindestens 15 bis 20 Wiederholungen für maximalen Muskelaufbau, während ein amerikanischer Bodybuilder namens Rory Leidelmeyer immer wieder auf die Überlegenheit eines Trainings mit 100 Wiederholungen pro Satz verweist.

Auch die früher übliche Faustregel, dass jeder Muskel nach 48 bis 72 Stunden erneut trainiert werden muss, um einen stetigen Muskelzuwachs zu erzielen, findet kaum noch Berücksichtigung. Während die jeweiligen Mr. Olympias Arnold Schwarzenegger und Frank Zane in den 1970er Jahren jeden Muskel dreimal pro Woche trainierten, wählte der achtfache Mr. Olympia Lee Haney in den 1980er und frühen 1990er Jahren ein Splitprogramm, bei dem jeder Muskel nur zweimal pro Woche trainiert wurde. In den späten 1990er Jahren dominierte dann mit Dorian Yates ein Bodybuilder die Mr. Olympia-Wahl, der jeden Muskel nur einmal alle sieben Tage trainierte.

Wer glaubt, dieses Durcheinander mit einem Blick in die einschlägige Literatur ordnen zu können, muss feststellen, dass fast alle Trainingsanleitungen einzig und allein auf der Beobachtung beruhen, mit welchen Trainingsmethoden Bodybuilder so viel Muskelmasse aufbauen. Häufig ist dabei sogar von der „Bodybuilding-Methode“ die Rede, ohne dass dabei verdeutlicht wird, dass es „die“ Methode gar nicht gibt.

Die sportwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Bodybuilding bzw. Muskelaufbautraining bestand daher zunächst darin, die beim Bodybuilding verwendeten Methoden zu erfassen, zu sammeln und zu erläutern. Hier ist besonders ein Aufsatz aus dem Jahr 1984 von Prof. Dr. Martin Bührle und Erich Werner von der Universität Freiburg zu nennen, der in der Fachzeitschrift Leistungssport unter dem Titel „Das Muskelaufbautraining der Bodybuilder“ veröffentlicht wurde [1]. Darin wurde die Trainingsmethodik des Bodybuilding beschrieben und erläutert.

Erst vor kurzem wurde in der Sportwissenschaft damit begonnen, die Trainingsmethodik des Bodybuilding nicht nur zu beschreiben, sondern auch unter sportwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu analysieren [2]. Diese Aufarbeitung hatte vorher gefehlt, was dazu geführt hat, dass die Richtlinien für ein Muskelaufbautraining immer an der aktuell vorherrschenden Trainingsweise der führenden Bodybuilder orientiert waren.

Auf diesen Zusammenhang verweist auch der skandinavische Sportwissenschaftler Dr. Per Tesch, der bereits mehrere Untersuchungen über das Bodybuilding-Training durchgeführt hat: „Die meisten Techniken des Krafttrainings, die außerhalb des Leistungssports zum Einsatz kommen, wurden im Bodybuilding entwickelt. Frauen wie Männer nutzen heute diese Methoden, um ihre Muskelmasse und Muskelkraft zu steigern, den Körperfettanteil zu reduzieren und damit besser auszusehen.“ [3]

Erst in der jüngeren Vergangenheit finden sich in der internationalen Literatur vermehrt Berichte über Forschungsansätze, die auch die Methoden des Bodybuildings untersuchen und ein kritisches Hinterfragen ermöglichen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen aber so gut wie gar nicht in das Bodybuilding ein, da die Trainingsmethoden der Bodybuilder ganz offensichtlich geeignet sind, ein enormes Maß an Muskelzuwachs zu erzielen, schließlich werde „in keiner anderen Sportart so wirksam Muskelmasse und Muskelquerschnitt aufgebaut wie beim Bodybuilding.“ [4] Trotz der offensichtlichen Wirksamkeit des Bodybuildings hielt man es lange Zeit für nicht für erforderlich, zu überprüfen, welche der vielen beim Bodybuilding verwendeten Methoden den besten Muskelzuwachs herbeiführt.

In diesem Buch werden die verschiedenen Trainingsmethoden des Bodybuildings einer sportwissenschaftlichen Analyse unterzogen und es wird geprüft, wie geeignet sie für ein effektives Muskelaufbautraining sind.

Dabei werden populäre Mythen entzaubert; so mancher Athlet wird feststellen, daß nicht alle Bodybuilding-“Prinzipien“ in Stein gemeißelt sind und viele „bewährte Methoden“ auf falschen Annahmen beruhen. Im Ergebnis werden die nachweislich besten Techniken in einem revolutionären Einsatztraining vereinigt. Von einigen Aufwärmsätzen abgesehen, wird dabei wird nur ein schwerer Satz von jeder Übung ausgeführt. Dieses Einsatztraining wird in verschiedenen Trainingsprogrammen und steigenden Schwierigkeitsgraden für Anfänger, leicht Fortgeschrittene und Fortgeschrittene Bodybuilder vorgestellt.

Dabei wird auch ein neues Konzept zur Trainingsplanung angeführt, das eine sehr präzise Trainingsplanung und -steuerung ohne Verletzungsrisiko erlaubt. Die gefährlichen Maximalkraft-Tests zur Bestimmung des Leistungsniveaus werden damit überflüssig.

Im November 2003 Dr. Dr. Jürgen Gießing
 
Diesen Artikel haben wir am Sunday, 20. June 2010 in unseren Katalog aufgenommen.
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